Tuesday, April 04, 2006

I - Bendowa Teil 3


"Jene, die endlos rezitieren, sind wie Frösche, die im Frühling im Reisfeld sitzen und von früh bis spät quaken"

Wieder verweist Dogen auf die Wichtigkeit der Übung des Zazen und beschert den frommen Anhängern und Verehrern der Texte des Dharmas eine wenig schmeichelhafte Kritik.

"Buddhisten diskutieren nicht die Überlegenheit und die Unterlegenheit der jeweiligen Lehren und unterscheiden nicht zwischen Oberflächlichkeit und Tiefe im Dharma."

Was sollte dies auch bringen? Sich in Details oder Haarspaltereien zu verlieren oder aus selbstischen Gründen seinen Standpunkt zu vertreten bringt niemandem Nirvana näher. Deswegen schreibt Dogen auch weiter:

"Es geht ihnen nur darum zu erkennen, ob die Praxis echt oder unecht ist. Manche sind durch Gräser, Blumen, (...) in den Strom der Buddha-Wahrheit eingetreten (...)"

Das Ziel ist immer das gleiche, auch wenn verschiedene Schulen unterschiedliche Methoden zur Erreichungen selbigen anwenden und weitergeben. Wer die Erfahrung besitzt, hat automatisch die Kenntnis. Er kann nichts falsch verstehen. Wer also die Erfahrung hat, kann sie auch richtig übermitteln.

Saturday, April 01, 2006

I - Bendowa Teil 2


"Nach der ersten Begegnung mit einem wahren Lehrer ist es nicht mehr nötig, Räucherwerk zu verbrennen, sich zu Boden zu werfen [...] Wenn ihr nur richtig sitzt, kommt ihr in den Zustand, in dem ihr Körper und Geist fallen lasst"


Das erinnert an die alte Zen-Legende, dass ein Übender sich einmal vor einer Buddha-Statue verneigt hat und ihn daraufhin sein Meister schlug. Auf die Frage, ob es nicht löblich sei, den Buddha zu ehren meinte der Meister: "Doch. Aber es ist noch löblicher, dies nicht zu tun." Die Verehrung des Buddha oder auch der Lehre wäre ein Anhaften. Aus der subjektiven Sicht eines Übenden zwar positiv, aber dennoch ein Anhaften.

"Diese gegenseitige Durchdringung
[beim Zazen] wird nicht durch das eigene Bewusstsein dieser Wesen getrübt, denn im Zustand der Stlle, ohne willentliches Tun, gibt es nur die direkte Erfahrung der Wirklichkeit jenseits aller Begriffe"

In der Praxis existiert für den Übenden keine Trennung von Handlung, Handelndem, Umgebung, etc. Übung und Übender sind eins, aus diesem Grund ist eine begriffliche Erklärung dieses Zustandes nicht in der logischen Aufteilung möglich. Niemand kann jemandem erklären, was es bedeutet, sich die Finger zu verbrennen, wenn diesem diese Erfahrung noch nicht selbst zuteil wurde.

Sunday, March 05, 2006

I - Bendowa Teil 1

Shobogenzo: 1 - Bendowa - Ein Gespräch über die Praxis des Zazen. [Vollständiger Text]

In dem vorliegenden Kapitel beschreibt [Dogen] vor allen Dingen die herausragende Stellung des [Zazen] in seiner Lehre. Denken und Wahrnehmung sind während der Praxis nicht getrennt und unvollständig, sondern als ganzheiltich und umfassend anzusehen. [Samadhi], der so erreichte Zustand, ist nicht mit Worten ausdrückbar.
Wenn alle Schranken abfallen, alles von uns abfällt, wie könnte man eine Erklärung versuchen und an Gedanken und Begriffen festhalten, die man doch gerade überwunden hat? Von [Thomas von Aquin], dem beispielsweise [Thich Nhat Hanh] Erleuchtungserfahrung zuspricht, ist der Ausdruck überliefert: "Alles, was ich geschrieben habe, kommt mir vor wie Stroh im Vergleich zu dem, was ich gesehen habe."
Das erste Kapitel des Shobogenzo besitzt ein gewisses Maß an Selbstreflexion. Dogen beschreibt, nach einer kurzen Autobiographie, dass er es für möglich hält, dass die vorliegenden Aufzeichnungen seiner Erfahrungen seine Lebensaufgabe sind.
Nachfolgend führt er an, wie der [Dharma], beginnend bei [Buddha Shakyamuni], von Patriarch zu Patriarch nach China und Japan übertragen wurde.

"Zu jener Zeit, als der wahre Buddha-Dharma im östlichen Land blühte, offenbarte sich die Wahrheit,dass dieser Dharma jenseits aller Worte ist."


Damit will Dogen klar machen, dass die Große Lehre nicht in Worten oder Schriften fassbar ist. Jedes Dokument der alten Meister und auch jeder Ausspruch von Gautama selbst sind nur ein Fingerzeig auf den Mond. Auch Dogen warnt immer wieder davor, den Finger nicht für den Mond selbst zu halten.

Tuesday, October 04, 2005

Start des Shobogenzo Projektes

Das Shobogenzo (Die Schatzkammer des wahren Dharma-Auges) ist das Hauptwerk des Soto-Zen-Meisters Dogen Zenji. Es gilt als eine der, dichtesten und anspruchsvollsten philosophischen ostasiatischen Schriften.
Um diesem Werk gerecht zu werden starten an dieser Stelle ab Ende Oktober das Shobogenzo Projekt.
Jeden Monat gibt es die Besprechung eines neuen Kapitels, aus der sich eine rege Diskussion entwickeln soll. Aufgrund des Umfanges des Shobogenzo (95 Kapitel) wäre das Projekt also im September 2012 abgeschlossen.

Der Start ist am Montag, den 31. Oktober. Bis dahin kann sich jeder das Buch besorgen :-)

Tuesday, February 27, 1990

News

27.02.06: Bendowa erweitert
26.02.06: Bendowa begonnen
04.10.05: Blog gestartet